EINKOCHEN – rote Sommerschätze



Wer einkochen will, braucht eigentlich gar nicht viel, keine professionellen Geräte und wenig spezielles Know-how. Es gibt jedoch ein paar Tricks, auf die man achten sollte. Ein paar meiner erprobten Basics, teile ich aber gerne mit euch damit die Freude am Einkochen auch bei euch wächst!

Gläser

Besonders wichtig ist es, die richtigen Gläser für den angedachten Zweck zu verwenden. Für Produkte die heiß abgefüllt werden eignen sich Schraubgläser besonders gut, das ist auch immer meine erste Wahl, da sie einfach in der Handhabung sind. Außerdem kann man sie mehrmals verwenden (Achtung! sofern man wirklich einwandfreie  Deckel bzw. am besten nach jedem Gebrauch NEUE verwendet). Es gibt auch ganz tolle Einmachgläser namhafter Firmen, wie Weck, Rex und Co. Diese eignen sich hervorragend um Produkte einzumachen, die nach dem Abfüllen nochmals eingekocht werden, wie Kompotte, Brühen und eingekochtes Gemüse. Aber egal welches Glas ihr wählt, denkt daran, es niemals ganz anzufüllen, denn wenn die Masse erhitzt wird dehnt sie sich aus und durch die Gummidichtung der Schraubdeckel oder den Gummiring der Einmachgläser entweicht die eingeschlossene Luft und verschließt den Deckel luftdicht.

Wichtig ist es nur 100% saubere Gläser zu verwenden. Bitte beachte auch, fabriksneue Schraubgläser nicht mit kochend heißem Wasser auszuspülen, sondern nur warmes Wasser dafür zu verwenden. Auf der Innenseite der Gläser befindet sich nämlich eine Gummischicht, die sich beim ersten Erhitzen etwas verflüssigt und so für besseren Verschluss der Glasränder sorgt.

Kochutensilien

Schopflöffel, Abfülltrichter, saubere Töpfe, Schneidebrett und Messer – das sind die Utensilien, die ihr fürs Einkochen braucht – nichts Besonderes, oder? Für bestimmte Produkte ist eine Flotte Lotte (Passiermühle) hilfreich, für andere ein Pürierstab.

Haltbarkeit

Wie lange halten sich die eingekochten Produkte? Die Haltbarkeit hängt von vielen Faktoren ab, wie Sauberkeit bei der Abfüllung, Reife der gekochten Früchte, Lagerung (Temperatur und Licht sind ein großer Faktor). Oftmals verändert sich die Farbe der abgefüllten Lebensmittel (z.B. bei Marmeladen), was aber nicht heißt, dass sie nicht mehr gegessen werden können. Wenn sich der Deckel des Schraubglases nach oben wölbt bzw. Schimmel offensichtlich ist oder das Produkt eigenartig riecht, ist es besser man entsorgt es.

Einkochhilfen

Ich persönlich koche sehr gerne mit Pektin und Zucker ein, dabei habe ich die Möglichkeit die Süße individuell zu variieren da mir abgemischte Gelierzucker oftmals zu süß sind. Für den Beginn aber kann es hilfreich sein diese zu verwenden. Achtet nach Möglichkeit auf Bio-Qualität, sowohl bei Früchten und Gemüse, als auch bei Zucker, Pektin und Geliermittel. Für saure oder pikante Gläschen arbeite ich gerne mit Weißweinessig, unnotiertem Salz (damit das Gemüse knackig bleibt) und Gewürzen.

Das wars auch schon mit meinen wichtigsten Einkochtipps, jetzt wird ALLES ROT!

Ich habe mir heuer zum Ziel gesetzt möglichst minimalistisch einzukochen, zum einen von den Koch-Utensilien her, zum anderen was die Zutaten betrifft. Weniger, aber besser ist meine Devise. Ich mag Rezepte die nur zwei oder ein paar mehr Zutaten beinhalten – dadurch kommt auch die eigentliche Frucht am Besten zur Geltung.

Ich hab meine liebsten roten Einmachrezepte heute für euch vorbereitet – ein ganz einfaches Sugo mit Tomate-Basilikum, eine rote Paprika-Marmelade, die aus nur zwei Zutaten besteht und ein Tomaten-Melanzanisugo aus dem Backofen. Viel Freude beim Einkochen!

Sugo mit Tomate und Basilikum

Ein herrliches Sugo als Basis für Lasagne, Pastasaucen, Risotto oder Tomatensuppe. Gerne aber auch einfach pur zu frischer Pasta. Was die Kräuter betrifft kann man gerne experimentieren und alternativ auch Rosmarin, Thymian, Oregano, oder Petersilie verwenden.

für ca. 4-5 Gläser à 785 ml

Zutaten

4 kg Tomaten (ich mag die Sorte San Marzano fürs Sugo sehr gerne)

1 Bund Basilikum

Salz, unnodiert nach Geschmack

Wer möchte und eher runde Tomaten hat kann die Tomaten gerne vorher häuten. Das mache ich in dem Fall fürs Sugo, vor allem wenn es die Zeit zulässt, sehr gerne, es ist aber kein Muss. Verwende ich San Marzano Tomaten dann häute ich sie nicht.

Um die Tomaten zu häuten diese an der Unterseite kreuzförmig einschneiden und mit kochendem Wasser überbrühen, 2-5 Minuten ziehen lassen, das Wasser abgießen und die Schale abziehen.

Die Tomaten in Würfeln schneiden und in einen großen Kochtopf geben. Die Tomaten ca. 35–40 Minuten kochen bis sich die Flüssigkeit etwas reduziert hat. Nun das Sugo mit dem Pürierstab pürieren und mit Salz abschmecken.

Basilikum fein hacken und zur Tomatensauce geben. Das Sugo nochmals aufkochen und sofort heiß in Schraubgläser füllen und fest verschließen.

Wer sauber gearbeitet hat, heiß abgefüllt hat und neue Gläser verwendet, der kann die ausgekühlten Gläser zur Lagerung ins Regal stellen. Solltet ihr Einmachgläser mit Gummiring verwendet haben oder Gläser mit älteren Deckel, die aber fest verschließen, würde ich empfehlen die Gläser zusätzlich einzukochen. Und so gehts:

Das abgefüllte Sugo in den Gläsern in eine Auflaufform stellen und ca. 1-2 cm mit warmen Wasser auffüllen. Im vorgeheizten Backrohr ca. 35–40 Minuten bei 150 Grad einkochen.

rote Paprika-Marmelade

Die rote Paprika-Marmelade ist der absolute Allrounder. Sie passt perfekt zu Schafskäse oder gereiftem Pecorino oder Parmesan. Wir lieben sie auch anstatt Preiselbeeren zu Gebackenem!

für ca. 8–9 Gläser à 154 ml

Zutaten

2 kg rote Paprikaschoten (geputzt ohne Stängel und Kerne)

1 kg Bio-Kristallzucker

Die Paprikastängel und Kerne entfernen, die Schoten vierteln und mit dem Kristallzucker in einen Topf geben. Die Paprika mit Zucker ca. 2-3 Stunden oder über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen, damit die Paprika Saft ziehen. Dann die Paprika aufkochen und bei geringer Hitze und gelegentlichem Rühren ca. 1,5 Stunden kochen, bis die Paprika schön weich sind. Die heiße Masse durch die Flotte Lotte (Passiermühle) drehen, nochmals kurz aufkochen und heiß in die vorbereiteten Gläser abfüllen und verschließen.

Tomaten-Melanzanisugo aus dem Backofen

Wir lieben das Sugo als Pastasauce oder für die Lasagne.

für ca. 3-4 Gläser à 785 ml

Zutaten

2 kg Tomaten

2 rote Zwiebeln

2 Knoblauchzehen

3 Melanzani

1 Bund frische Petersilie

1 TL Thymian

2 EL Olivenöl

Salz nach Geschmack

Die Zwiebel  schälen und in kleine Stücke schneiden, den Knoblauch schälen und fein hacken. Die Melanzani klein würfeln und gut einsalzen, und ca. 15 Minuten ziehen lassen.  Die Paradeiser würfeln, die Kräuter hacken.

Zwiebel, Knoblauch, Melanzani, Olivenöl und Salz in einer Auflaufform vermischen und ca. 20 bei 180°C Heißluft im Backofen backen bis die Melanzani gut weich sind. Nun die Paradeiser und die frischen Kräuter zugeben und weitere ca. 35 Minuten weichkochen lassen. Das Tomaten-Melanzanisugo in vorbereitete Gläser füllen.

Wer sauber gearbeitet, heiß abgefüllt hat und neue Gläser verwendet, der kann die ausgekühlten Gläser zur Lagerung ins Regal stellen. Solltet ihr Einmachgläser mit Gummiring verwendet haben oder Gläser mit älteren Deckel, die aber fest verschließen, würde ich empfehlen die Gläser zusätzlich einzukochen. Und so gehts:

Das abgefüllte Sugo in den Gläsern in eine Auflaufform stellen und ca. 1-2 cm mit warmen Wasser auffüllen. Im vorgeheizten Backrohr ca. 35–40 Minuten bei 150 Grad einkochen.

Das abgefüllte Sugo in den Gläsern in eine Auflaufform stellen und ca. 1-2 cm mit warmen Wasser auffüllen. Im vorgeheizten Backrohr ca. 35–40 Minuten bei 150 Grad einkochen.

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