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Mamas Instinkt.

Jedes Jahr am zweiten Mai blüht im Garten meiner Eltern der Blauregen. Diese grazile Pflanze kündigt Jahr für Jahr den Geburtstag meiner Mama an, denn spätestens am 2.Mai erstrahlt er in all seiner Blüte und die hellen Pastell-blautöne, manchmal auch ins aquamarinblau abdriftend und mit einem Hauch violett, machen dann dem Himmel zur Abendstunde Konkurrenz. 700x1000_muttertag

Innerlich kündigt er die Zeit der Feste für mich an, denn neben Mamas Geburtstag ist drei Tage danach auch der Hochzeitstag meiner Eltern (heuer der 25!), darauf folgend, eine Woche später der Geburtstag meines Papas (den Ausdruck Vater und Mutter lehnen die beiden vehement ab und fühlen sich davon auch nicht angesprochen), und darauf folgend der Muttertag. Wir sind eine Familie die sehr gerne diese Gelegenheiten nutzt um ausgiebig zu feiern. Mehr Speisen zu kochen, mehr Zeit gemeinsam zu verbringen, mehr Gelächter, mehr und intensivere Gespräche, mehr kleine Aufmerksamkeiten als Überraschung. Für einen Foodie wie mich sind es grandiose Tage, die Küche wird zur Werkstatt und anstatt 1-2 Gerichte werden gerne mal 10 verschiedene zubereitet und wie am Fließband von der Küche über kleinen Hügel im Garten zur Laube hinauf chauffiert.

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In dieser Zeit bin ich meiner Mama immer besonders nah, denn intimere Momente als sich ein Schneidebrett zu teilen während wir mit zwei frisch geschliffenen Messern an beiden Enden hantieren gibt es ja kaum. Zeitgleich nehmen wir uns Gemüse, diesmal Spargel, die eine schneidet ihn grob in Ringerl, die andere in ungleichmäßige Streifen, und wir lassen ihn rustikal in eine Schale plumpsen. Während die eine etwas Öl und Essig in einem Glas für das Salatdressing vorbereitet gibt die andere etwa Salz rein, dann die eine wieder Petersilie, dann die andere etwas Honig, dann die eine etwas Balsamico, dann die andere etwas Pfeffer, manchmal dann doch noch eine Prise Salz. Aufs Gefühl kommt es an. Im Gegensatz dazu sind die Männer des Hauses Perfektionisten und messen beinahe jedes Salzkorn ab. Verirrt man sich mal in die Küche während einer der Männer (Papa, Bruder, Freund) kocht fragt man sich nach welcher mathematischen Formel das geschieht, denn die Zwiebel und Paprikastücke sind zu 100% gleich groß, die Kräuter sind so fein gehackt dass man sie für gemahlen halten könnte und die Arbeitsfläche selbstverständlich fleckfrei und auf Hochglanz poliert.

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Die kreative Freiheit in der Küche habe ich von Mama geerbt, wie auch vieles andere. Mütter (Ja die Mehrzahl darf verwendet werden) sind einfach großartig und in uns steckt mehr von ihnen als man denkt. Wie könnten auch all die unterschiedlichen Erlebnisse, Gefühle und Geschmäcker die sie während der neun Monate in denen wir uns in ihnen geborgen gefühlt haben an uns vorüber gegangen sein? Dazu fällt mir etwas ein was mir meine Mama neulich erzählt hat, aber dabei muss ich jetzt kurz ausschweifen…

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Unsere Henne saß die letzten 21. Tage auf 11 Eiern (es muss eine ungerade Zahl sein sonst wird das nichts hat mein Opa immer gesagt) und gestern war endlich Schlüpftag. Als ich in den Stall hineingreifen wollte um nachzusehen ob es schon ein Pipihenderl aus dem Ei geschafft hat, hat sich die Henne aufgeblasen, so groß, dass beinahe ihr eigener Kopf darunter verwunden wäre. Sie schützt ihre Kinder, ihr mütterlicher Instinkt schlägt an, sie würde alles in ihrer Macht stehende tun um ihre Babys zu schützen. Doch ich drehe nur den Strohkorb in dem die Eier liegen die die Henne ausbrütet und schon erblicke ich den ersten kleinen Schnabel der aus dem Federkleid herausguckt. Was ich neulich erfahren habe ist, dass dieser Ur-Instinkt aber bei Hühnern aus dem Brutkasten leider verloren geht. Sie werden nie den Drang verspüren sich auf ein mit Eiern belegtes Nest zu setzen. Sie werden nie diese enorme Wärme unter ihrem Federkleid zustande bringen. Für mich immer wieder erstaunlich wie stark die Natur und unser Instinkt ist.

Wenn man vom Instinkt ausgeht könnte man auch meinen Mamas sind wie Meteorologen, sie merken schon wenn ein Unwetter aufzieht bevor es überhaupt da ist. Sie wissen schon dass man verkühlt ist, verliebt ist, traurig ist – bevor man es selbst realisiert. Eingestehen will man es sich im ersten Augenblick natürlich nicht, im Nachhinein heißt es dann ganz beiläufig und beinahe klanglos „Mama, du hattest recht“.

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Zurück zu den Müttern… sie sind es die uns als allererster zeigen was Liebe. Das innere Band zu ihnen ist einfach untrennbar, selbst wenn es manchmal nicht offensichtlich ist, aber in jedem von uns steckt ein Stück von IHR. Zeit einmal danke zu sagen. Ich hab dich lieb Mama.

Zubereitung Spargel-Erdbeer Salat

  • 500g grüner Spargel
  • 150g Erdbeeren
  • 100g Rucola
  • 2EL Öl
  • Mark einer halben Vanilleschote
  • Himbeeressig (oder Weißweinessig)
  • Salz & Pfeffer
  1. Grünen Spargel waschen und in 3–4 cm große Stücke schneiden und im kochenden Salzwasser bissfest kochen. Spargelstücke aus dem Sud heben und abtropfen lassen.
  2. Für das Dressing Essig, Öl, Salz, Pfeffer und das Mark der Vanilleschote gut verrühren. Die Erdbeeren waschen, schneiden und mit dem Spargel und dem Rucola vermischen, das Dressing darüber träufeln und gleich servieren.

Zubereitung Rahmknöderl mit Erbeersauce:

  • 4 Eier
  • 4 EL Kristallzucker
  • 4 EL glattes Mehl
  • 1 Becher Sauerrahm
  • 1 EL Honig
  • 1/2 Zitrone
  • Kokosetten
  • 150g Erdbeeren
  • 1/8L Süßwein
  1. Zuerst ein Biskuit backen, dazu die Eier mit dem Zucker lange schaumig schlagen und das Mehl unterheben. Das Biskuit bei 180°C 12 Minuten backen, auskühlen lassen und in einer Schale zerbröseln. Den Sauerrahm, den Honig, und den Saft einer Zitrone dazwischen und mit den Händen gut durchkneten sodass eine gleichmäßige Masse entsteht. Den Teig 15 Minuten stehen lassen.
  2. Währenddessen die geschnittenen Erdbeeren in einen Topf geben, den Süßwein zugießen und so lange kochen bis sich die Flüssigkeit reduziert hat. Nun die Erdbeercreme pürieren.
  3. Aus dem Teig gleich große Knödel formen, in Kokosetten wälzen und mit Erdbeercreme servieren.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Emma

    Wahre Worte, wir wissen oft gar nicht zu schätzen, was unsere Mütter für uns geleistet haben und immer noch leisten!
    Und den Spargel-Erdbeer Salat muss ich unbedingt nachkochen! Meine Mama hat Erdbeeren im Garten, wenn die schon reif sind, wird gleich mal gepflückt! 😉

    1. meli

      Da hast du recht! Mamas sind einfach die besten 🙂 Gutes Gelingen!

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