Reis‘ dich zusammen. Ja, es gibt Reis aus dem Burgenland!



Fruchtbare Böden, zahlreiche Sonnenstunden, innovativ denkende Bauern mit einem Hang zur Experimentierfreudigkeit – sind die Grundzutaten die es braucht um im burgenländischen Seewinkel Reis zu kultivieren. Es sind zwei an der Zahl, die diesen Freigeist und Mut besitzen und wissen, dass es mit Paradeisern, Zucchini, Weintrauben und Paprika noch nicht getan ist. Sowohl Unger Blumen in Wallern, als auch der Biohof Leyrer in Pamhagen haben sich der Erforschung spezieller Trockenreis-Kulturen verschrieben und können bereits erste Erfolge vorweisen. Schon im August durfte ich erste Proben von rotem Seewinkler Reis von Unger Blumen verkosten es fiel mir unglaublich schwer diese geniale Neuigkeit bis zur heurigen Ernte geheim zu halten.

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Es war ein ganz besonderer Augenblick als ich mich im September auf dem Weg zum Biohof Leyrer machte um etwas mehr über die Gerüchte rund um den Reis aus dem Seewinkel zu erfahren. Erich Leyrer und sein Sohn, ebenfalls Erich genannt, sind schon vom ersten Moment an anders als viele Bauern die ich kenne. Nach den ersten paar Sätzen war klar: hier wird kein Stein auf dem anderen gelassen. Die beiden sind ständig auf der Suche nach neuen, innovativen Kulturen und es liegt ihnen fern sich an der Masse zu orientieren. Wer denkt Gemüse- und Ackerbau ist Mainstream, der wird hier eines besseren belehrt. „Risiken gibt’s überall. Wer glaubt immer denselben Weg zu gehen minimiert das Risiko der liegt falsch“ sagt Leyrer senior. Dabei schwört er auf mehrere Standbeine, wobei ihm immer wichtig ist im selben Produktionszweig zu bleiben. Er muss die Gurkerl und Paradeiser nicht auch noch einlegen, sagt er und fügt hinzu, dass die anderen auch ihr Geld verdienen wollen.

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Die Pflanzenkulturen selbst sind es, die die beiden Bio-Experten interessieren. Und dabei scheuen sie keine Mühen. Erbsen, Beluga-Linsen, Kichererbsen, Kamille werden hier in Pamhagen geerntet – nur um einen kleinen Einblick in das umfangreiche Sortiment des Biohofs zu geben. „Wenn die Früchte, die Gurken, der Paprika reif sind und viel geerntet werden kann, der Holler in voller Blüte steht – dann bin ich motiviert und inspiriert, dann bin ich ein anderer Mensch, dann bin ich glücklich. Die Kulturen sind unser Leben“, sagt Erich senior sogar. Beim Biohof Leyrer dreht sich also alles um die Pflanzenkulturen.

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Bereits zum zweiten Mal bauen sie rund um Pamhagen auf einer Fläche von 1,5 Hektar Reis an, genauer gesagt drei unterschiedliche Sorten von Trockenreis. Speziell bei Reis geht es im ersten Schritt darum zu erforschen: Passt die Sorte? Passt der Boden? Welche von über 6.000 Reissorten passt auch klimatisch in den Seewinkel? Gemeinsam mit Ja! Natürlich werden derzeit Versuchsflächen mit Reis bepflanzt um herauszufinden wie das Endprodukt aussieht, wie hoch der Ertrag ist, wie die neue Reissorte beim Konsumenten ankommt, wie der Preis dafür gestaltet werden könnte. Eine gute Beobachtungsgabe und ein Gespür für die Natur sind essenziell, um hier erfolgreich zu sein. Informationen über den Trockenreisanbau holt sich die Familie Leyrer in Ungarn, wo derzeit auf über 2.000 Hektar mit Reis bepflanzt sind. Das Klima ist in dieser Region ähnlich, weshalb die Sorten die sie von dort mitgebracht haben auch im Seewinkel gut wachsen sollten. Die mitgebrachten Reissorten, ein Langkorn- und ein Rundkornreis, haben eine niedrigere Reifezahl und benötigen nicht 150 Tage sondern um die 125 Tage. Jeder Tag an Reifezahl weniger ist besser für die Pflanzung im Seewinkel, „sonst geht es sich mit den Sonnenstunden nicht aus“ sagt Erich senior. Ein feuchter Herbst, so wie der im letzten Jahr kann hier eine ganze Ernte zerstören, da er ohne die nötigen Sonnenstunden nicht reif wird. Das Wasser selbst wäre für den Reis kein Problem, denn auch in Ungarn werden die Reisfelder durch einen naheliegenden Fluss mit Hilfe von kleinen Kanälen geflutet. Was den Anbau von Trockenreis hier im Seewinkel erschwert ist, dass man die Flächen nicht fluten kann, was allerdings erwünscht wäre um den Unkrautwuchs hemmen.

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Im Seewinkel wurde bereits in den 20er Jahren Reis angebaut, doch das Wissen ging leider über die Jahre verloren. Damals standen allerdings viel mehr Flächen, ja sogar ganze Weiden unter Wasser, weshalb es naheliegt ist, dass die Felder damals auch geflutet wurden.

Seewinkler Reis kann Ende September/ Anfang Oktober geerntet werden. Nach der Ernte wird der Reis bei einem Bio-Kollegen, der eine Schälung besitzt, geschält, danach poliert und verpackt. Wir können also gespannt bleiben und hoffen, dass es demnächst den Seewinkler Reis auch zu kosten gibt. Eine erste Möglichkeit ist bietet die kulinarische Eventreihe „Aus Bauern Hand“ wo  Ja! Natürlich, friendship und Tobias Müller zu Tisch bitten.

Pfiat eing God,
das Mundwerk





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Kommentare

EmmA

Ich komme selber aus dem Seewinkel. Dass da Reis angebaut wird, hab ich gar nicht gewusst! Find ich aber super! Bin schon gespannt, ob und wann man den dann auch wirklich kaufen kann!
Lg Emma


Neumaz

Der Resi soll im Herbst über JA! natürlich vertieben werden, habe ich in einem Forum gelesen.


christoph

Klingt sehr sehr gut wann kommt das ganze nach Wien?

und wann kommts zu kaufen


meli

Der Reis wird über Ja! Natürlich vertrieben und kommt somit in die österreichischen Supermärkte. Den genauen Zeitpunkt weiß ich leider noch nicht, dürfte allerdings nicht mehr allzu lange dauern!


Appinger Josef

Habe gelesen Sa.16.04.2016 ist Tag der offenen Tür.Wir freuen uns und wollen Reis aus Österreich kaufen.

Gruss Fam .Appinger 2801 Katzelsdorf.


meli

Liebe Familie Appinger, danke für eure Nachricht! ich habe soeben die Information erhalten, dass der Seewinkler Reis ab 26. April in allen MERKUR und 100 ausgewählten BILLA Filialen erhältlich (verteilt in ganz Österreich) erhältlich sein wird. Ich selbst verkaufe leider keinen Reis 🙂
Liebe Grüße,
Melanie