Frühjahrsputz. Bärlauch-Bällchen mit Gorgonzola



Im Moment duftet der ganze Wald nach Bärlauch. Vor allem bei Sonnenschein scheint die Luft regelrecht geschwängert von dem Duft dieses intensiven Liliengewächses. Für mich ist es jedes Jahr aufs neue ein Zeichnen, dass der Winter nun resigniert, einen Schritt zurücktritt, und dem Bärlauch, dem ersten Frühlingsboten, die Bühne überlässt.

Bärlauch ist perfekt für den Frühjahrsputz. Schon der Kräuterpfarrer Künzle schrieb: „Wohl kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärmen und Blut wie der Bärlauch.“ Die Schwefelverbindungen im Bärlauch helfen uns nämlich, schädliche Stoffe abzubauen, aber die Immunabwehr, sowie die Darmflora aufzubauen. Zudem ist er, ebenso wie sein großer Bruder der Knoblauch, blutreinigend, gut fürs Herz und desinfizierend. Er sorgt also für eine Reinigung von Innen.

Was die Identifizierung von Bärlauch betrifft, so kann er durch seinen intensiven Knoblauchgeruch von der Herbstzeitlose oder Maiglöckchen eindeutig unterschieden werden. Beim Bärlauchpflücken also am besten immer zuerst ein Blatt zwischen den Fingern zerreiben und daran riechen. Duftet ihr nach Knoblauch, könnt ihr die Blätter vorsichtig pflücken und ihn mit in die Küche nehmen.

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In meiner Kindheit verbrachte ich während meine Eltern arbeiten waren sehr viel Zeit bei meinen Großeltern in Parndorf. Mein Opa, begnadeter Jäger und Naturliebhaber, hat uns bei jedem Besuch mit in den Wald genommen, teils zum Spazierengehen, Fährten lesen, Schnitzen, Schwammerl suchen, Schneeglöckchen- oder Maiglöckchen pflücken oder eben Bärlauch pflücken. Erst wenn wir ein großes Büschel Bärlauch in der Hand hatten, machten wir uns auf den Rückweg. Zuhause angekommen, tischte Oma uns ihre Spezialität auf: Bärlauchsuppe mit Speckwürfel. Noch heute ist sie die erste Speise, die ich zubereite, sobald frischer Bärlauch im Haus ist.

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Am heurigen Gründonnerstag werde ich den traditionellen Spinat mit Spiegelei durch Bärlauch-Bällchen mit Gorgonzola ergänzen. Die Kombination aus Gorgonzola und dem Knoblauchgeschmack ist einfach unschlagbar, kurz gewendet in Thymian-Butter sind die Bällchen der absolute Hammer. Zudem sehen sie hübsch aus und machen sich auch ganz gut bei einem Brunch mit Freunden, als Snack bei Parties, oder einfach als gesundes Mittagessen, sobald frischer Bärlauch im Hause Einzug hält.

Solltet ihr allerdings keinen Bärlauch finden, könnt ihr in der selben Art verfahren und einfach frischen Spinat dafür verwenden, dann allerdings nicht auf eine Knoblauchzehe für die Würze vergessen. Sie gibt den Bällchen das gewisse Etwas.

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Zubereitung Bärlauch-Bällchen mit Gorgonzola in Thymianbutter

Für ca. 14 kleine Bällchen

  • 200 g frischer Bärlauch
  • 1 Semmel
  • 1 EL Milch
  • 2 EL Mehl
  • 1 Prise Muskatnuss
  • Salz & Pfeffer
  • 60 g Gorgonzola

Thymianbutter

  • 100 g Butter
  • 5 Thymianzweige
  • schwarzer Pfeffer
  1. Den Bärlauch waschen und in kochendem Salzwasser kurz blanchieren. Abtropfen und abkühlen lassen und das Wasser fest ausdrücken. Dieser Schritt ist wichtig, sonst werden die Bällchen wässrig und halten nicht gut zusammen.
  2. Den Bärlauch so fein wie möglich schneiden.
  3. Eine Semmel (kann ruhig schon eine ältere sein) zerbröseln, sodass feine Krümel entstehen und mit dem Bärlauch in eine Schüssel geben.
  4. Milch, Muskatnuss, Salz und Pfeffer hinzufügen und mit den Händen gut durchkneten, sodass ein Teig entsteht.
  5. Den Teig in Stücke beliebiger Größe teilen, je einen kleinen Würfel Gorgonzola in die Mitte geben und zu Bällchen rollen.
  6. Salzwasser zum Kochen bringen und die Bärlauch-Bällchen 5 Minuten darin ziehen lassen.
  7. Butter in einer Pfanne erhitzen und schmelzen lassen. Bevor sie braun wird, die Thymianzweige zufügen, mit Salz und schwarzem Pfeffer würzen und die Bällchen kurz darin wenden.

 

Zutaten:

Bärlauch-Bällchen mit Gorgonzola: 200 g frischer Bärlauch; 1 Semmel; 1 EL Milch; 2 EL Mehl; 1 Prise Muskatnuss; Salz & Pfeffer; 60 g Gorgonzola

Thymianbutter: 100 g Butter; 5 Thymianzweige; schwarzer Pfeffer





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Kommentare

Maxx

„Eine Semmel (kann ruhig schon eine ältere sein), zerbröseln, sodass wir feine Krümel bekommen und mit dem Spinat in eine Schale geben.“

Ich nehm an der Spinat soll der Bärlauch sein 😉

Ansonsten, klingt sehr verlockend, muß ich probieren!


Elfi Schremser

Habe geraden diesen Blog entdeckt. Ich finde ihn ganz super!


Renate Streng

Hallo Meli, ich bin durch die Zeitschrift „Lola“ auf dich gestoßen und auf deinen wunderschönen Blog.
Ich führe gemeinsam mit meinen Sohn Martin seit Dezember 2015 ein kleines Café mit Bäckerei in Salzburg.
Wir bitten eine Tagessuppe und ein Tagesgericht sowie Wochenschmankerl an.
Da meine Vorstellung von Kochen der deinen sehr ähnlich ist, freue ich mich, dass ich dich gefunden habe und werde mir dein Kochbuch bestellen. Wo bekomme ich es am Besten?
Ganz liebe Grüße Renate Streng / Café Bäckerei Holztrattner beim LEINER in Salzburg


meli

Liebe Renate, ich freue mich dass du zu mir gefunden hast! Vielleicht schaffe ich es ja bei meinem nächsten Salzburg Trip euch zu besuchen 🙂 Das Buch kannst du entweder hier gleich auf meinem Blog über den Shop bestellen, oder über Thalia bzw. den Buchhandel. Liebe Grüße nach Salzburg, Meli


Jacqueline

Danke jetzt weiß ich was ich mit meinem letzten Bärlauch, der noch über ist, mache 🙂
Super Beitrag 🙂
Lg. Jacky von TschaakiisVeggieBlog