Murken, Zwutschkerl, Purri und mehr.



Regionales Gemüse im Jänner? Geht das überhaupt? Die Frage habe ich mir selbst gestellt und musste schon ein wenig genauer schauen bei der Gemüseauswahl. In den Supermärkten gibt es ja ALLES. Wie immer. Doch wo haben sich die österreichischen Produkte versteckt?Doch wenn man genauer hinsieht merkt man plötzlich dass die Paradeiser aus Spanien kommen, die Zucchini aus Italien, ebenso wie die Paprika. Dass die Orangen nicht aus Österreich kommen können ist auch klar, gut, aber die wachsen bei uns eben nicht. Wie soll man da erkennen was jetzt bei uns wirklich Saison hat? Es wäre fördernswert für unsere Gesundheit, für die Bildung, als auch für die Nachhaltigkeit, den Konsumenten auf einem Blick erkennbar zu machen was gerade bei uns wächst oder was aufgrund guter Lagerung gerade verfügbar ist. Durch ein Schild, ein eigenes Regal, durch irgendwas eben, hauptsache eindeutig! Wie sollen Kinder in der Stadt (oder eben auch am Land) jemals erfahren was Regionalität und Saisonalität bedeutet? Ich will nicht sagen, dass es schlecht ist, wenn man Paradeiser im Winter kauft – mach ich auch das ein oder andere Mal – aber ich würde mir einfach eine bessere Beschilderung wünschen. Oder eben: mehr Regionales und weniger Importiertes…

700x1000_jännergemüse 700x470_jännergemüse3

Das Mundwerk übersetzt:

  • Murken werden bei uns Karotten genannt.
  • Zwutschkerl sind die Kohlsprossen.
  • Zwiefü ist der Zwiebel, dabei wird auf roten oder weißen Zwiebel keine Rücksicht genommen.
  • Purri ist der Lauch, womöglich leitet sich das von Porree ab.
  • Und Grumbirn, ja, das sind natürlich die Erdäpfel, ähm… Kartoffeln.

700x470_jännergemüse2

Natürlich kann man sich jetzt aufregen und meinen dass man eben nicht in einen Supermarkt sondern zum regionalen Bauern oder auf Märkte gehen soll. Mach ich auch, aber immer geht es eben nicht. Sei es aufgrund von Zeitmangel oder weil man eben auch andere Dinge wie Putzmittel, Klopapier oder auch Milch braucht. Selbstverständlich greift man dann auch mal beim Gemüse zu. So auch am Mittwoch, als ich wegen einem Liter Milch zum Einkaufen ging und am Ende mit einer vollen Einkaufstasche rauskam. Apropos – mit Hunger darf man niemals einkaufen gehen!

Vorbei an der Gemüsetheke – sieht doch verlockend aus all das farbenfrohe Zeug. Doch wenn man eine Stunde braucht bis man endlich etwas Regionales gefunden hat nimmt man beim nächsten Mal doch lieber den Weg zum Wochenmarkt in Kauf. Kommt aufs Gleiche…

700x470_jännergemüse4

Nachdem ich die Lupe zur Bestimmung der Herkunft wieder in die Tasche gepackt hatte, war ich dennoch stolz regionales Gemüse ausfindig gemacht zu haben. Mit Murken, Zwutschkerl, Zwiefü und Purri bewaffnet gings gleich aufs Schlachtfeld in die Küche. Die erdigen Grumbirn aus dem Keller fanden nun endlich auch ihre Bestimmung und mit Blitzgeschwindigkeit war alles geschält und zerstückelt und auch schon wieder fertig für den Ofen. Bis auf die Zwutschkerl, die mussten erst ein paar Minuten gekocht werden. Achja und ich hab den Saft einer Orange hinzugegeben, ich weiß Orangen sind nicht regional – aber wenn sie es wären hätte ich sie während meiner letzten Suchorgie bestimmt gefunden! Immerhin haben sie jetzt Saison.

700x470_jännergemüse5

Der Einkauf und die Qual der Gemüsewahl haben eindeutig doppelt solange gedauert, als die Zubereitung. Dennoch war ich mehr als glücklich als der herrlich, verführerische Duft endlich aus dem Ofen drang und auch mein Bauchi freute sich nach dem tagelangen Schlemmen auf ein paar gute Ballaststoffe und Vitamine.

700x1000_jännergemüse2

Zubereitung Wintergemüse aus dem Ofen:

  1. Die Kohlsprossen waschen und 10 Minuten in Wasser kochen.
  2. Karotten, Zwiebel, Erdäpfel und Lauch schälen und in Würfel schneiden.
  3. Alles zusammen in eine mit Backpapier belegte ofenfeste Form geben.
  4. Die Orange pressen und mit 3 EL Olivenöl mischen.
  5. Den Orangen-Dressing über das Gemüse geben und gut durchmischen.
  6. Einen Zweig Rosmarin darauflegen und mit etwas Kräutersalz würzen.
  7. Bei 180°C im Ofen ca. 40-45 Minuten braten.

Moizeit,
das Mundwerk

 

Zutaten:

Wintergemüse aus dem Ofen: 3 Karotten; 3 Erdäpfel; 1 Stange Lauch; 1 große rote Zwiebel; eine Packung Kohlsprossen; Saft einer Orange; 3 EL Olivenöl; ein Zweig Rosmarin; Kräutersalz





Kommentar schreiben

Deine Emailadresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

*


Kommentare

Emm.A

Auf welchen Märkten kaufst du denn dann dein Gemüse? Ich wohn in Neusiedl und bin auf der Suche nach Alternativen zum Supermarkt…
Lg Emma


meli

Liebe Emma! So oft es geht bin ich am Markt der Erde in Parndorf oder beim Marktfrühstück in Gols. Der Wallner Ernst in Gols hat auch einen Regionalladen wo man sehr gutes frisches Obst und Gemüse und auch Gebäck und Eingemachtes kaufen kann! 🙂 Ich hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen!