Lebkuchengewürz und Lebkuchen selber machen



Was wäre die Weihnachtszeit ohne Lebkuchen? Ob in der Keksdose oder am Christbaum als Behang, zwar ein bisschen retro, aber nicht wegzudenken.

Lebkuchen-(1-von-13) Lebkuchen-(10-von-13) Lebkuchengewürz-(15-von-19)

Ich muss zugeben ich bin Neuling auf dem Land der Lebkuchenbäcker. Ich musste ihn einfach nie selber machen bzw. auch meine Eltern nicht. Wie viele von euch wissen hatten meine Großeltern eine kleine Dorfbäckerei. In der Weihnachtszeit gabs da die tollsten Krapferl und unter anderem auch Lebkuchen. Den Teig hat Opa auf Vorrat produziert und man konnte ihn fertig im Bäckerei-Shop kaufen. Deshalb haben wir es nie als Notwendigkeit gesehen ihn selbst zu machen.

Die Adventszeit war eine der stressigsten im ganzen Jahr, in jeder freien Minute wurden Krapferl gebacken, drinnen auf den riesen großen Backblechen ausgebreitet, ehe sie in Schokolade getunkt, in Staubzucker gehüllt oder verziert wurden. Die Schokolade die übrig blieb, wurde in einer großen silbernen Schale zur Seite gestellt, super cremig und glänzend.

Lebkuchengewürz-(1-von-19) Lebkuchen-(3-von-13)

Nach dem Mittagessen, wenn meine Großeltern das Mittagessen wegräumten oder sich kurz ausruhten (Opa Strecke sich immer gleich auf der Küchenbank aus), schlich ich in die Bäckerei und tunkte alle Keks-Reste die ich finden konnte in die übrig gebliebene Schokolade. Oft war sie jedoch schon etwas fester und so blieben meine kleinen Expeditionen in die Backstube nicht unentdeckt. Natürlich haben wir auch immer fleißig geholfen, als wir noch klein waren wurden schnurstracks die Brotsteigerl umgedreht, damit wir darauf klettern konnten, und so auf die große hölzerne Arbeitsfläche gelangen konnten. Jeder Teig wurde gekostet, (Opa nahm das nicht so genau mit den rohen Eiern) und Mehl und Teig landeten in unserem Gesicht, in den Haaren, auf den Kleidern – einfach überall. Wir durften uns immer austoben, unsere Neugierde wurde gefördert und unsere Kreativität angeregt. Heute bin ich so dankbar für all das. Für jede Sekunde, die ich in der Bäckerei verbringen durfte. Mit meinen Großeltern. Mit meinem Bruder. Mit all meinen Freunden. Denn alle hatten an Opas großer Bäckerstafel Platz.

Besonders in der Weihnachtszeit liebe ich es diese Tradition fortzuführen, mit Familie und Freunden gemeinsam zu backen und bald auch mit meiner kleinen Tochter.

Lebkuchengewürz-(5-von-19)

selbstgemachtes Lebkuchengewürz

  • 2 Sternanis
  • 12 Nelken
  • 1,5 EL Zimt gemahlen
  • 1/2 TL Muskatblüte gemahlen
  • 10 Koriandersamen
  • 1/2 TL Ingwer gemahlen
  • 1 TL Kardamom gemahlen

Sternanis, Nelken und Koriandersamen in einer Pfanne ohne Öl kurz rösten, sodass die Gewürze zu duften beginnen. In einem Mörser oder mit Hilfe einer Küchenmaschine zerstoßen und mit den gemahlenen Zutaten gut vermengen. In einem geschlossenem Glas aufbewahren – so hält das Gewürz mindestens ein Jahr.

Lebkuchen backen

  • 600 g Roggenmehl 960
  • 300 g Zucker
  • 5 EL Honig
  • 1,5 EL selbstgemachtes Lebkuchengewürz
  • 5 Eier
  • 2 EL Milch
  • 1 TL Natron
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei zum Bestreichen
  1. Alle Zutaten in eine Schale geben und gut vermengen. Der Teig wird relativ fest. Man kann ihn auch am Vortag zubereiten und über Nacht in den Kühlschrank geben.
  2. Das Backrohr auf 170° vorheizen. Den Lebkuchenteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen, mit den gewünschten Formen ausstechen und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen.
  3. Mit einem verquirltem Ei bestreichen und bei 170° C ca. 10–12 Minuten backen.

Den ausgekühlten Lebkuchen in einer Keksdose aufbewahren. Sie werden mit der Zeit schön weich.

Was ich auch noch empfehlen kann ist Gemüse mit Lebkuchengewürz zuzubereiten. Im Ofen gerösteter Karfiol mit etwas Öl, Salz und Lebkuchengewürz ist zum Beispiel ein Gedicht! Eine perfekte Beilage zum Weihnachtsmenü!

Lebkuchengewürz-(17-von-19) Lebkuchengewürz-(19-von-19)

Ich wünsche euch ein wunderbares zweites Adventswochenende!

Pfiat eing God,
das Mundwerk.





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