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So schmeckt die Wachau! Mehr Kontrast geht kaum. Zwischen Marillenblüten, Safran und  Wein. Bei dem kontrastreichen Angebot das die Wachau bietet ist es nicht verwunderlich, dass sie im Jahr 2000 aufgrund ihrer Unverwechselbarkeit von der UNESCO als Weltkulturregion ausgezeichnet wurde. Im Jahresverlauf gesehen, beginnt die Saison mit der Marillenblüte und schmückt mit fulminanten Weinverkostungen die Sommermonate. Auch durch zahlreiche Kulturveranstaltungen lockt die Wachau jährlichen tausende Besucher an.

Wo genau diese beeindruckende Wachau liegt? Sie ist eine ca. 30km lange Flusslandschaft an der Donau, die im Osten an Krems an der Donau und im Westen an Melk grenzt. Was mich in die Wachau treibt? Na wia ollawei – der guade, oide Wein. Und mein Freund, denn der hat mir einen Spontantrip in die Wachau zum Geburtstag geschenkt. Leider ist unsere Zeit im Moment knapp, denn an den Wochenenden toure ich im Moment mit der Feldküche durch Österreich und wenn noch Zeit bleibt verbringe ich diese mit Weinverkostungen. Mein Freund, Gernot, ist ja Winzer und ich versuche es so gut es geht dabei mitzuwirken. Mit Wein hatte ich schon immer viel am Hut, wir haben selbst ein paar Weingärten, die aber größtenteils verpachtet sind, und in Gols kann man ein Achterl in Ehr’n ja selten verwehren. Doch seit ich mich aktiv mit Wein beschäftige und im Betrieb bei der Grünarbeit, der Lese und Verkostungen mithelfe sehe ich das mit ganz anderen Augen. Diese wertvolle Kulturpflanze ist mittlerweile ein Teil von mir geworden und ich kann mir Leben ohne den Weinbau nicht mehr vorstellen. Dass ist auch der Grund dafür warum es uns in die Wachau verschlagen hat – ist sie doch eine der bekanntesten Weinregionen Österreichs, die großartige Weine hervorbringt.

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Von Gols aus erreicht man die Wachau in etwas weniger als 1,5h. Fährt man von Wien weg ist man in etwa eine Stunde unterwegs ehe man in eine vollkommen andere Landschaft eintaucht. Geprägt von Steinterrassen, Weingärten und natürlich der Donau. Die sanften Hänge verbinden sich mit den schroffen Steinwänden und es bleibt unsagbar wie mächtig die Terrassenweingärten wirken, blickt man zu ihnen hoch. Die Weinkultur hier ist so kontrovers zum Nordburgenland, beinahe denkt man man befindet sich in einem anderen Land. Doch das Klima ist ähnlich, denn wo unsere Weingärten der Neusiedlersee mit ausreichend Wasser versorgt, ist hier in der Wachau die Donau dafür verantwortlich.

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Das angenehme Klima, die nährstoffreichen Böden und die Geschichte sind es auch, die den Ökologen Bernhard Kaar und seine Freundin vor 8 Jahren in die Wachau führten. Ihr Ziel: den Safrananbau in der Wachau wieder aufleben zu lassen. Im Stift Melk fanden sie Schriften die darauf hinwiesen, dass hier über 600 Jahre Safran angebaut wurde. Über 150 Jahre lang war der Safran in der Wachau allerdings verschwunden, bis die beiden nach langjährigen Feldversuchen es schafften, den Safran in die Wachau zurückzuführen. Crocus Austriacus nennt sich der Betrieb, der mittlerweile 300.000 Pflanzen zwischen Dürnstein und Spitz bewirtschaftet. Früher wurden in dieser Region 4,5 Tonnen Safran geerntet. Man beachte allerdings, dass für einen Kilogramm Safran 120.000 Blüten benötigt werden! Waaahnsinn! Was da für Aufwand dahinter steckt, kein Wunder dass Safran als das teuerste Gewürz der Welt gehandelt wird.

Der Biobetrieb Crocus Austriacus verkauft seine wertvollen Safranprodukte ausschließlich direkt an den Endverbraucher. Ab 10 Personen werden auch Führungen durch die Welt des Wachauer Safran organisiert. Dabei erfährt man über die Geschichte und Botanik, verschiedene Safranqualitäten und billige Fake-Produkte die hochpreisig am Markt verscherbelt werden.

Wir sind zur richtigen Zeit am richtigen Ort, denn genau jetzt ist die perfekte Pflanzzeit für Safran. Crocus Austriacus verkauft nämlich auch Knollen, sodass man direkt in seinem eigenen Küchengarten Safran ernten kann. Wir wollen natürlich unser Glück versuchen und werden noch diese Woche die Krokus-Knollen in die Erde setzen. Wer Interesse hat seinen eigenen Safran anzubauen – die Knollen werden in einem Paket nach ganz Österreich verschickt, denn den beiden ist wichtig, dass die Pflanze wieder den Einzug nach Österreich schafft und nicht nur in der Wachau, sondern überall wo es möglich ist kultiviert wird. Prinzipiell gilt: überall wo Wein wächst kann auch Safran geerntet werden.

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Ein kleines Rezept haben sie mir mit auf den Weg gegeben: Einfach einen Vanillepudding zubereiten und 2 Fäden Safran einrühren. Über Nacht stehen lassen und schon am Morgen hat sich herrliche Aroma des Safran im Pudding verbreitet.

Ein paar Meter weiter befindet sich die beeindruckende Domäne Wachau. Hier werden Trauben aus der ganzen Wachau, beidseitig entlang der Donau kultiviert, verarbeitet und in der hauseigenen Vinothek verkauft. 250 Familien beliefern die Domäne mit nach festgelegten Standards gearbeiteten Weintrauben. Insgesamt werden 2,5 Millionen Flaschen pro Jahr verkauft, 420ha Weingärten sind in den Verträgen der Domäne Wachau. Wer sich also für Wein interessiert und einen Streifzug durch die Wachau machen will ist hier genau richtig. Vom Grünen Veltliner Steinfeder bis hin zur Trockenbeerenauslese kann man in den Verkaufsräumen sogut wie alles verkosten und sich über die Produktion, Verarbeitung sowie die Terrassenlagen erkundigen.

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Was man allerdings wissen muss, bevor man sich wild auf die hervorragenden Weine der Wachau stürzt, sind die unterschiedlichen Kategorien in die die Winzer der Vinea Wachau ihre Weine einteilen:

Steinfeder
Steinfederweine, bezeichnet nach einem heimischen Gras, das auf felsigen, hohen Wiesen wächst, sind die leichtesten der Wachauer Qualitätsweine. Meist liegt ihr Alkoholgehalt zwischen 11,5% Vol. und 12,5% Vol., sie sind frisch und fruchtig. Das Mostgewicht der Trauben muss 15-17 KMW aufweisen.

Federspiel
Federspiel ist ein Begriff aus der Falkenjagd, der Name kommt von Beuteatrappen die früher vor allem in der Wachau oft verwendet wurden. Auch bei Federspielweinen liegt der Alkoholgehalt zwischen 11,5% Vol und 12,5% Vol.. Das Mostgewicht dieser Weine muss mindestens 17 KMW aufweisen.

Smaragd
Als Smaragdweine werden von der Vinea Wachau die besten bzw. wertvollsten Weine bezeichnet. Der Alkoholgehalt dieser Weine beginnt bei 12,5% Vol. und die hohe Traubenreife sowie Konzentration ermöglichen die Kreation einzigartiger Weine. Namensgebend ist die Smaragd-Eidechse welche sich auf den Steinterrassen besonders wohlt fühlt.

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So ein Tag in der Wachau hat es ganz schön in sich. Abends ging es für uns nämlich noch auf dem Rieslingfest weiter, wo wir die Möglichkeit hatten das Sortiment von 5 ausgewählten Winzern zu verkosten. Bei einem Pfiat-di-God-Achterl ist es natürlich nicht geblieben und wir gingen danach weinselig schlafen.

Unser Zimmer (Rieslingzimmer) im Gästehaus Kranister in Weissenkirchen ließ uns auch noch vom guten Riesling träumen, was uns die Wahl der Mitbringsel-Weine am nächsten Morgen erleichterte. 😉

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das Mundwerk

 

: Puddingpulver; Milch; 2 Safranfäden





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