Urlaubsfeeling Deluxe – helles Kamutbrot mit Dinkelvorteig (ohne Sauerteig)



Es gibt einfach gewisse Geschmäcker und Gerüche, die schaffen es einen zurückzuversetzen an besondere Orte und einzigartige Momente. An jene Augenblicke, in denen die Welt kurz still stand. Wie im Kino schaffen wir es durch Assoziationen einen Film in unserem Kopf ablaufen zu lassen. Das Urlaubsbrot ist eines dieser Rezepte, das mich sofort zurückversetzt in die Toskana, in den Garten des Weinguts auf dem kleinen Hügel, umgeben von Sangiovese und Brunello-Trauben.

Das Urlaubsbrot ist ein helles Brot, was also schnell mal auf die südliche Brotkultur hinweist. Nur, dass ich versucht habe auch hier auf Weizen zu verzichten und ein Brot mit großem Anteil Vollkornmehl zu backen. So entstand die Kombi aus Dinkelvorteig und Kamutvollkornmehl. Und es schmeckt himmlisch! Am besten zu einem Glas trockenem Weißwein, etwas hochwertigem Olivenöl, Oliven und Schafskäse. Auch wenn das Brot nicht ebenso große Lufteinschlüsse aufweist wie Weizenbrot mit langer Teigführung, so ist es dennoch super fluffig innen. Mit Vollkornmehl ist das einfach nicht möglich, da es etwas zu schwer ist.

Auch wenn Kamut eigentlich aus Ägypten stammt, so erinnert mich der Geschmack dieses Hartweizens an die Brote die wir in unserem Italien-Urlaub gegessen haben. Sowohl in Friaul, also auch in der Toskana und Apulien werden sie vorweg als Tischgedeck gereicht. Vielleicht weckt das Urlaubsbrot ja auch bei euch Assoziationen und Erinnerungen? Wo treibt es euch hin? Griechenland? Italien? Spanien? Vielleicht sogar Ägypten oder Frankreich?

Viel Freude beim Backen!

Urlaubsbrot: Kamutbrot mit Dinkelvorteig

für 4 Personen

Zutaten

Für den Dinkelvorteig:

350 g Dinkelmehl glatt

1 Prise Kristallzucker

10 g Germ

400 ml Wasser

 

500 g Kamutvollkornmehl (alternativ Weizen- oder Einkornvollkornmehl)

320 ml Wasser (alternativ Buttermilch oder Kefir)

1 kleine Prise Brotgewürz (Fenchel, Koriander, Kümmel)

13 g Salz

400 ml Wasser in eine Schüssel geben, Zucker und Germ darin auflösen. Dinkelmehl hinzugeben und zu einem weichen Vorteil verrühren. Die Schüssel mit Frischhaltefolie abdecken und bei Raumtemperatur ca. 12 Stunden gehen lassen.

Nun die restlichen Zutaten zugegeben und zu einem glatten Teig verkneten, bis er sich vom Schüsselrand löst. Der Teig ist nach wie vor eher weich, das Vollkornmehl zieht an Flüssigkeit nach. Nun den Teig wieder mit einer Folie abdecken und ca. 2 Stunden bei Raumtemeperatur gehen lassen.

Anschließend den Teig auf eine gut bemehlte Arbeitsfläche geben und gut durchkneten. Einen gusseisernen Topf oder einen Riess-Topf (ohne Plastikgriffe) mit Backpapier auslegen. Der Topf sollte zusätzlich einen Deckel haben. Den Teig zu einem runden Laib formen, gut bemehlen und in den Topf auf das Backpapier setzen. Nochmals ca. 30–60 Minuten gehen lassen und mit einem scharfen Messer oder einer Rasierklinge ein Muster einschneiden.

Das Backrohr auf 250°C vorheizen. Den Brotlaib im Topf mit geschlossenem Deckel zuerst 10 Minuten backen. Dann die Temperatur auf 180°C reduzieren und weitere 35 Minuten backen. Dann den Deckel abnehmen und weitere 10 Minuten backen, damit das Brot eine schöne goldig-braune Farbe bekommt. Das Brot vor dem Anschneiden vollständig auskühlen lassen.

Schmeckt hervorragend mit Butter und Honig oder Marmelade oder zu Antipasti bzw. zum dippen.





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Kommentare

Marion

Liebe Melanie!
Ich hab am Wochenende das Urlaubsbrot gebacken und es war sehr gut! Ich habs mit Dinkelmehl für den Vorteig und danach Dinkelvollkornmehl gemacht, hat super funktioniert. Das einzige, was mich ein bisschen gestört hat, war der hefige Geruch nach einiger Zeit. Ich habs mit Trockenhefe gemacht, kann das daher kommen? Oder kanns da drauf ankommen, wie das Brot gelagert wird? Wir haben daheim eine Plastik-Tupper-Brotbox, ich habs noch nicht geschafft, die meien Eltern auszureden. Bei Sauerteigbroten hab ich nach einiger Zeit auch immer einen gärigen Geruch in der Nase..
LG, Marion 🙂


meli

Spitze! Ja, bei Broten mit langen Garzeiten kann es schon vorkommen dass es ein wenig nach Hefe schmeckt, das ist aber bei vielen Weißbroten und Baguetten auch so. Natürlich kann es auch sein dass die Trockenhefe dabei eine Rolle spielt – ich bin überhaupt kein Fan davon und verwende viel lieber frische Hefe.
Es kann aber, wie du schreibst auch an der Lagerung liegen, Brot braucht immer Luft zum Nachreifen – Tupperboxen sind eigentlich gar nicht gut für Brot geeignet. Ohne Luft wird es viel zu schnell schimmelig. Und wenn man einmal Schimmel in einer Brotbox hat, kommt dieser immer wieder. Wenn dann Tonboxen – oder Keramikboxen, am besten aber einfach mit der Schnittfläche nach unten auf ein Holzbrett und mit einem Leinentuch – oder Geschirrtuch zudecken. So bleibt es mehrere Tage frisch. 🙂


Gisi

oh. Das Brot hört sich aber fein an – muss ich demnächst ausprobieren! glg Gisi


Christina Ecker

Hallo Meli,

das Rezept muss ich unbedingt sofort ausprobieren. Eine Frage zu den 10 g Germ, kann ich da auch Trockenhefe verwenden und sind es dann auch 10g?

LG, Danke
Christina


meli

Hallo Christina, ich bin überhaupt kein Fan von Trockenhefe, da sie weit nicht die Triebkraft von frischer Hefe hat und frische Hefe aus aktiven Mikroorganismen besteht. Es reicht wirklich ein Bruchteil, damit das Brot schön aufgeht. 🙂

Lg,
Melanie


Anni

Danke für dieses wunderbare Rezept. So ein schönes Brot hab ich noch nie zuvor gebacken 🙂